Beatrice Poschmann
05.05.2011

Unterirdische Gasspeicher

Unterirdische Gasspeicher besitzen die Funktion eines Puffers, um das Erdgas zu speichern und weiterzuleiten. Das Erdgas wird aus verschiedenen Ländern (z.B. Russland, Norwegen, Deutschland, Niederlande) herantransportiert und in den großen Kavernen, das sind Hohlräume unter der Erde, gespeichert. Das Gas ist immer auf Abruf. Wenn man es nicht braucht, lässt man es einfach gespeichert in den Kavernen bis andere Interessenten das Erdgas benötigen, dann kann dieses Gas einfach an die anderen Länder weitergeleitet werden. In den Hohlräumen (Kavernen) wird das Gas unter sehr hohem Druck (maximal 180 bar) aufbereitet.


Ein solcher Gasspeicher befindet sich beispielsweise in Rüdersdorf (in der Nähe von Berlin). Ungefähr 1000 Meter unter der Erde liegt das Erdgas in den sogenannten Kavernen, die einen Druchmessern von 80 Metern besitzen und eine Höhe von 400 Metern betragen. Nun möchte die EWE-Energie AG einen weiteren unterirdischen Gasspeicher in Moeckow, bei Greifswald errichten. Das Erdgas wird über die neue Ostsee-Pipeline geliefert und in 1100-1600 Metern Tiefe aufbewahrt, mit 400 Meter hohen Kavernen. Das Thema „Gasspeicher unter der Erde“ löst bei den Menschen verschiedene Meinungen aus. Die einen sind dafür, die anderen dagegen. So behauptet zum Beispiel der Betriebsleiter des Erdgasspeichers in Rüdersdorf, Jörg Schattling, dass sich unterirdische Gasspeicher durchaus bezahlt machen. Beispielsweise könnten Engpässe und Schwankungen bei der Erdgasversorgung besser ausgeglichen werden, falls ein Partner nicht liefert, denn man kann jederzeit auf den Speicher zurückgreifen. Außerdem würde es ein kostengünstigeres Einkaufen geben, da das Erdgas im Sommer meist billiger ist als im kalten Winter. Der EWE- Werbeslogan lautet: „Speichern heißt Sparen!“ Auf der anderen Seite kann diese Angelegenheit auch sehr umweltschädlich sein (Beispielsweise: das „Solen“). „Solen“ bezeichnet den Vorgang den Salzstock über den Kavernenbohrungen mit Wasser auszuspülen. Dadurch entsteht eine Salzlösung, die industriell verwertet oder abgeleitet werden muss. Dieser Fakt bringt Umweltschützer zum Zweifeln. In Rüdersdorf (bei Berlin) sollte die salzige Lösung zunächst in die Oder geleitet werden, doch nach einigen Untersuchungen entschloss man sich, die Sole in (bis zu 1300 Metern tiefe) Sandsteinschichten zu leiten. Die EWE versichert, dass auch eine gute Lösung für den Gasspeicher in Moeckow überlegt wurde und zwar will man die stark verdünnte Sole in den Boden bei Lubmin einleiten. Ein umweltverträgliches Konzept wurde entwickelt und wird nun noch von der Landesumweltbehörde überprüft. Man will das nötige Frischwasser zum Solen aus der bei Lubmin gelegenen Spandowerhagener Wieck entnehmen.

Quelle:
OZ-Zeitung, Ausgabe vom 24. März 2011