Wencke Weidemann
05.05.2011

Ökostrom in Deutschland

Aufgrund der verheerenden Atomkatastrophe in Japan am 11. März 2011 wurde Deutschland zum Nachdenken angeregt. „Netzausbau heißt das neue Zauberwort“, laut der OZ am 23. März 2011. Das heißt soviel wie die Erneuerung der Stromnetze. Dies wurde am 22. März 2011 auf dem zweiten Atomgipfel ausführlich besprochen. Vier Monate zuvor wurden erst die Laufzeiten für Atomkraftwerke (AKW) verlängert und schon eine Woche vor dem Gipfel wurden sieben AKW´s vom Netz genommen. Es wurden alle 17 Reaktoren überprüft.

„Beim Stromnetzausbau […] müssen im großen Maßstab neue Strukturen geschaffen werden.“, laut Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Er will das Genehmigungsverfahren für neue Stromtrassen verkürzen. Ebenso müssen die dezentralen Anlagen (Biogas- und Windanlagen) an das Stromnetz eingebunden werden und diese benötigen neue starke Leitungen. Diese Projekte unterstützt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) Er sagt: „Wir müssen zu schnelleren Entscheidungen kommen.“ Die Dena-Studie liefert Munition. Danach dauert es in Deutschland bis zu zehn Jahre von der Planung bis zur Inbetriebnahme neuer Hochspannungstrassen.

„Freileitungen verschandeln das Landschaftsbild, dazu kommen Gesundheitsbedenken.“ Die Bevölkerung hat Angst vor den sogenannten Monster-Masten. Die Bürger fordern, dass die Stromautobahnen unterirdischlaufen sollen. Der FDP-Generalsekretär Christian Lindner schlägt vor, neue Stromtrassen möglichst entlang von Autobahnen zu bauen.

Die Kanzlerin hatte danach alle Ministerpräsidenten zu einem Energiegipfel eingeladen. Dabei soll eine höhere Energieeffizienz, die Förderung aller Erneuerbaren und vor allem der Netzausbau im Vordergrund stehen. Und es gibt eine neue Kommission. Ein „Rat der Weisen“ soll die ethischen Fragen der Atomkraft nach der Katastrophe von Fukushima klären.