Maximilian Sell
30.10.2007

Ostseepipeline

In Zeiten wo Fossile Brennstoffe immer weniger und teurer werden, ist eine kostengünstige Gasversorgung sehr wichtig. Da Deutschland über sehr eingeschränkte Vorkommen an fossilen Brennstoffen besitzt ist es stark von Ländern wie z.B. Russland abhängig. Zurzeit fließen russisches Öl und Gas noch über Land und Drittstaaten mit denen es in letzter Zeit häufiger zu Konflikten kam, da diese am Gewinn beteiligt werden wollten und Durchleitungsgebühren erhob. Um dieses Problem der Drittstaaten zu umgehen setzten sich viele Westeuropäische Staaten wie Deutschland und Frankreich sowie Russland für eine Pipeline über dem Meeresgrund ein da sie so internationale Gewässer nutzen. Umweltschützer jedoch sehen in den Pipelines sowie in unzähligen Brücken und Offhoreanlagen eine große Gefahr für die Ostsee. Denn über den Großen Belt zwischen Fühnen und Seeland erfolgen fast 75 % des gesamten Wasseraustausches zwischen Ost- und Nordsee. Brückenpfeiler wirken wie „Mixer“ auf die sauerstoffreichen Ströme aus der Nordsee. Forscher befürchten das dadurch das Sauerstoffreiche Wasser nicht mehr bis zu den tieferen Becken der Ostsee vordringen könnte und so die Flora und Fauna der Becken stark in Mitleidenschaft gezogen werden würden. Beim verlegen von Pipelines müssten auf dem Meeresgrund Hügelkämme abgetragen und Täler aufgeschüttet werden was weitere Folgen für die Ostsee hätte. Eine weitere Frage ist was passiert wenn die Pipeline leckt und Gas austritt? Der WWF- Experte Jochen Lamp fordert den Bau der Pipeline noch einige Jahre ruhen zu lassen, bis die Wissenschaftler ihre Forschungen abgeschlossen haben und dann zu entscheiden. Doch brauchen wir die Pipeline dann noch???

Text-Quelle: Ostseezeitung