Wencke Weidemann
21.04.2010

Öl hat keine Perspektive

Es gibt in der Zeitschrift ADAC Motorwelt 2/2010 ein Interview mit dem Linde-Vorstandsvorsitzendem Wolfgang Reitzle. Er erzählt uns über den Wasserstoff als künftigen Treibstoff für Automobile Fortbewegungsmittel. In Reitzles Zeit bei BMW hatte er das erste Elektoauto und das erste Wasserstoffauto entwickelt, jedoch kamen beide über das Prototypstadium nicht hinaus, weil diese Technologie in der Autoindustrie nicht im Blickpunkt stand. Dieses hat sich allerdings jetzt geändert und Reitzle meint, dass er sich sicher sei, das in 5 bis 10 Jahren wasserstoffbetriebene Serienfahrzeuge auf dem Markt sind. Im Moment wird die Entwicklung von Brennstoffzellen gebremst, wegen der wenigen Ingenieure. Brennstoffzellen sind sehr teuer, darum müsste man, wenn man eine bezahlbare Brennstoffzelle haben will, Tausende von Ingenieuren einsetzen , die an der weiterentwicklung diese Technologie arbeiten. Reitzle erklärt: „Auf langer Sicht wird niemand an den Megatrends vorbeikommen. Und ein Megatrend ist, dass die ölbasierte Gesellschaft sich Schritt für Schritt zu einer umweltfreundlichen, CO2-neutralen Gesellschaft entwickeln muss und wird.“ „Öl hat keine langfristige Zukunftsperspektive und Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft“, erläutert er. Wasserstoff muss klimaschonend hergestellt werden. Momentan gibt es bei Linde zwei Verfahren um Wasserstoff herzustellen:
1. Zurzeit wird es noch mit einer Dampfreformierung aus Erdgas gemacht. Dort wird Erdgas aufgespalten und daraus gewinnt man Wasserstoff. Das ist nicht CO2-neutral, aber immer noch am Wirtschaftlichsten.
2. Linde versucht den Wasserstoff mehr regenerativ zu prodozieren. In Leuna wird beispielsweise Wasserstoff aus Glyzerin erzeugt (ein Abfallprodunkt der Biodieselherstellung) Wenn ein Brennstoffzellenauto mit diesem Wasserstoff angetrieben wird, emittiert es 90 % weniger CO2 als ein Dieselfahrzeug.


Quelle:ADAC Motorwelt 2/2010
www.stadtwerke.clausthal.harz.de